Sonntag, 18. Januar 2015

Bröckelnder Putz??? Das meinst auch nur du...

Im Herbst hatte ich einen kreativen Anfall und wollte unseren Gästen im Wilden Wohnzimmer eine Behausung bauen, genauer gesagt einen Eichhörnchen-Kobel, wie er auf diesem Blog mitsamt Link zur Anleitung zu finden ist. 
Fragt mich nicht, warum ich ausgerechnet auf die Idee kam...

... jedenfalls waren die Maße bereits aufgeschrieben, das Geld und Werkzeug bereitgelegt und der Gang zum Baumarkt geplant. Den Einkauf im Baumarkt musste ich aufgrund eines Migräneanfalls verschieben.
Dann kam der Tag... an dem es sich anhörte, als würde am Haus, genauer gesagt an der Wohnzimmerwand hinter mir (wo sich der Feierabend-Balkon befindet)  abends immer der Putz abbröckeln. Abend für Abend für Abend. 
Nun muss ich dazusagen, dass mir das nicht in den Kopf wollte. Wir wohnen im zweiten Stock eines Drei-Familien-Hauses. Warum also bröckelt der Putz ausgerechnet hier oben ab? Wo wir doch durch das überneigende Dach am meisten vor Wetter geschützt sind. Ebenso ist das nicht die Wetterseite. Vor allem wo genau?
Am nächsten morgen bin ich raus auf den Balkon, um mir die Stelle anzuschauen. Weit bin ich nicht gekommen, zu Besuch saß, auf dem Geldbrunnen welchen wir zur Hochzeit bekommen haben, dieser Kobold...


 ... aber das sind wir mittlerweile schon mehr wie gewohnt, auf dem Balkon der Löffelohrbande - unserem Wilden Wohnzimmer - hat sich auf der Vogelmensa auch eine Eichhörnchenfutterstelle eingebürgert...


Ich habe aufgrund dieses Kobolds die Suche aufgegeben. Schließlich wollte ich ihn nicht beim Festmahl stören. 
Abends, als der Putz wieder bröckelte, schickte ich Herrn HildeWeit raus, um mal genauer nachzusehen. Danach sprang ich, vollkommen entsetzt hinterher, denn mein Mann hat einen lauten Schrei losgelassen. Gegenüber von ihm, an der Wand, dieser Anblick:



Das Geräusch, welches der kleine, zu Tode erschrockene Kerl verursachte, kam mir bekannt vor. Der bröckelnde Putz ist ein Eichhörnchen, welches abends, in der Dämmerung, um 21.00 Uhr bei uns an der Wand sitzt. Aber warum?

Zwei Tage später ging ich abends raus, um die Blumen zu gießen, angekommen an den Zieräpfeln, die auf der rechten Seite des Balkons stehen, war es an mir zu schreien. Denn hinter mir hörte ich wie etwas einen lauten Satz an die Wand machte. Herr HildeWeit indessen kam auf den Balkon zu mir und brach in lautes Gelächter aus. Als ich mich vorsichtig umdrehte, kam mir der Anblick sehr bekannt vor (siehe obiges Bild). Wieso schon wieder in der Dämmerung? Vor allem, woher?

Wir begannen uns abends nur noch ganz vorsichtig auf dem Balkon zu bewegen. Irgendwas stimmte da nicht. Irgendwas war im Busch.

Denkste!!!
Nix im Busch! Im Kobel!!!
 





Wir entdeckten es erst an dem Samstag, als wir den Balkon winterfest machen wollten.
Den Gang in den Baumarkt konnte ich somit streichen, das Loft ist bereits vorhanden:



Wir haben also einen Untermieter... mit Leibspeise Zieräpfel, Chili,  Haselnuss und Basilikum. Denn das war das Erste, was am Balkon verschwand. Auf dem Zierapfelbäumchen saß glücklich... das Hörnchen. Am Basilikumtopf ebenfalls. Die Chili... allmächd, das war ein Anblick, ihr glaubt es kaum. Ich hab meinen Augen nicht getraut, dieser Kobold hat sie gefressen, die einzelnen Chilis, als wären es Erdbeeren. 

Über sein Essverhalten konnten wir darauf schließen, dass es ein Junghörnchen ist, denn was bis heute noch nicht so wirklich geht und am Anfang überhaupt nur mit großer Mühe und ganz viel Zeit möglich war, sind Walnüsse. Wir hatten im Ort im letzten Jahr nirgends Walnüsse. Haselnüsse dafür umso mehr. Also haben wir einen Kobold der Generation 2014.
Wie man sich im Winter als Hörnchen verhält in Sachen Fressverhalten, das musste auch erst noch gelernt werden... Schnee? *bääääääh* Geht gar nicht.
Das erste Mal als es im Schnee unterwegs war und wieder zurück kam, sind wir fast umgekippt vor lachen. Patschnass, von oben bis unten ist es wiedergekommen. Die nächsten Tage wurde sich strikt geweigert den Balkon zu verlassen. Erst als das weiße Elend fort war, wurden wieder erste Schritte gewagt.
Damit in dieser Zeit kein Mangel aufkommt und meine Balkonkästen zumindest ein bisschen, nur etwas, verschont bleiben, gibt es nun eine Futterstelle auf dem Feierabendbalkon.


Als Nachspeise werden sich dann die Meisenknödel mit Insekteneinlage von der Vogelmensa geholt. Ja, was meint ihr denn? Irgendwie muss der Mangel ausgeglichen werden ;)

Die Balkonkästen sind nicht mehr meine... mittlerweile sind sie umdekoriert




Einen Vorteil hat das Ganze... das Unkraut ist gerupft. Als Nistmaterial verwendet.

Solltet ihr euch allerdings Fragen, warum es keiner von uns schafft, den ganzen Gruschelhaufen aufzuräumen hier die Antwort:




Schlicht und einfach unmöglich. Es sitzt uns jedesmal im Nacken, im wahrsten Sinne des Wortes und beobachtet genau was wir tun. Tun wir etwas in seinen Augen verkehrtes, wird erstmal laut gekeckert. Das sind Geräusche, von denen ich nicht mal zu träumen gewagt hätte, dass ein Hörnchen diese ausstoßen kann. 

Ohne das Hörnchen möchten wir auch nicht mehr sein... wir können die Uhr nach ihm stellen. Zwischen 07.30 Uhr und 08.30 Uhr in der Früh wird losgegangen. In der Anfangszeit immer zwischen beiden Balkonen die Wand hinunter. Seit einem Monat nicht mehr. Da gibt es einen neuen Weg. Quer über das Dach, erstmal aufs Schlafzimmerfensterbrett hüpfen und schauen, ob wir schon wach sind. Ist der Rollo noch unten und dort nix los, geht es ans Badezimmerfenster, auch dort wird sich die Nase plattgedrückt. Stellt es fest, dass da jemand von uns ist, kann in aller Ruhe weiter herumgestrolcht werden. Es ist verrückt, aber das ist tatsächlich jeden Morgen sein erster Weg. Ist noch niemand wach oder es sieht niemanden, wird erstmal wieder zurück gegangen auf den Balkon. 

Sobald dann Bewegung in die Wohnung kommt, wird losgezogen. In der Sicherheit, dass hier oben kurz darauf die Balkontür geöffnet wird und die nächste Ration auf dem Blumenuntersetzer landet.
Zwischen 12.00 Uhr und 14.00 Uhr kommt es zurück. Je nachdem wie das Wetter ist. Wenn die Sonne scheint, kann es mal 14.00 Uhr werden, wenn nicht, dann eben früher. Bei Schlechtwetter wird hier auf dem Balkon gegessen. 

Das beste Nistmaterial mit dem man seinen Bau als Hörnchen erweitern kann? Na klar! Der Wischmob der Futterspender. Da ist das Heu, welches wir bereitstellen egal. Unser Hörnchen will ein Luxusloft. Bisher habe ich es leider noch nicht geschafft, diesen Kampf zu filmen, allerdings geht der Wischmob als Verlierer hervor. Der schaut mittlerweile aus wie ein gerupftes Huhn...      

Die Löffelohrbande und unser Hörnchen haben Frieden miteinander geschlossen. Selbst, wenn wir das Verdeck der Voliere offen haben, wird von oben allerhöchstens mal runtergesehen oder von unten mal hoch, aber so richtig etwas zu sagen haben sie sich nicht. 

Was meine Balkonbepflanzung dieses Jahr angeht... die rechte Seite wird ausgelassen. Allerdings hoffe ich, dass ich irgendwann mal an die Blumenampel kann wenn der Kobold unterwegs ist. Wenn er da ist und sich schlafen legt, merken wir auch nicht viel von ihm. Das einzige Geräusch was ihn noch aufscheucht, ist das Klicken der Kamera. Alles andere gehört zur Normalität. 

Macht es gut ihr Lieben,

Nanne 
mit 









Kommentare:

  1. Herzallerliebst! Anders kann man nicht sagen. Ich kann mich an euren Hörnchenbildern gar nicht satt sehen. Die sind einfach zu knuffig und deine Geschichte vom Hörnchenalltag einfach der Hammer.
    Sind die bei Schnee tatsächlich immer auf dem Balkon geblieben?
    Hast du denn dann auch schon eine Hörnchentoilette eingerichtet? ;-)
    Ganz lieben Gruß und noch einen schönen Abend,
    Trixi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei Schnee hat er sich von hier nicht fortbewegt. Sie sind allerdings sehr reinliche Tiere, wir haben nicht einen Hörnchenköttel auf dem Balkon gefunden, obwohl er hier wohnt... keine Ahnung wie sie das machen...

      Löschen
  2. Allmächd....die ist ja so süß, deine Story. Dann habt ihr ein richtiges Haustier auf dem Balkon. Und dann frisst das Hörnchen auch noch Chili...da bin ich ja gespannt, wie du deine neu Balkonpflanzung gestaltest. Blumen scheint der Kobold also nicht zu wollen, wenn er sogar Unkraut zupft...? Hier gab es letztes Jahr so eine Geschichte von einer Ente, die im Balkonkasten gebrütet hat. Als die Entchen geschlüpft sind, ist die Mama allerdings ausgezogen.
    Dann musst du ja hoffen, dass es nicht noch mal schneit....
    Liebe Grüße, Sigrun

    AntwortenLöschen
  3. Ach...das ist ja sooo süß...so einen kleinen Untermieter hat man doch gern bei sich wohnen! Hier gibt es auch Eichhörnchen, die blündern immer wieder die Meisenknödel...;-). LG Lotta

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Nanne, das sind ja unglaublich süße Bilder von einem Eichhörnchen. Ich hatte bislang noch nie das Glück eines so nah vor den Fotoapparat zu bekommen!! Wir hatten mal einen Specht, der jeden Morgen gegen die Hausmauer gepickt hat - gegen den Vollwärmeschutz! Das war auch ganz schön laut und wir wussten anfangs auch nicht, wer die Geräuche verursacht.

    lg kathrin

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Nanne,
    unglaublich! Das ist ja allerliebst.
    Welch Kompliment, dass der kleine Kletterkünster sich bei euch sooo wohl fühlt.
    Wir wird es wohl im Sommer werden?
    Ob das Eichhörnchen euch erhalten bleibt, wenn ihr den Balkon regelmäßig nutzt?
    Ich bin gespannt und hoffe, du wirst berichten...
    Herzlicher
    Claudiagruß

    AntwortenLöschen
  6. Was? Wie cool ist das denn! Ich will auch Hörnchen!! :-)))
    Vielleicht nicht direkt auf'm Balkon, aber in Sichtweite fände ich toll.
    Hast du die irgenwie angelockt?
    Muss wohl noch n bissel mehr stöbern ......
    LG Naddel :-))

    AntwortenLöschen