Dienstag, 11. August 2015

Schmetterlingskinder...

... kennt ihr das, wenn sie die Erde berühren? Mit einem hauchzarten Flügelschlag?
Innerhalb eines halben Jahres haben Herr HildeWeit und ich vier verabschiedet. 
Jedesmal ein Keulenschlag, jedesmal sehr tränenreich. 

Anfang Mai haben wir unseren vorerst letzten "Kampf" verloren. 
Danach Stille. 

Einen Ort habe ich mir aus Frust gebaut, wo ich ihnen ganz nahe sein kann. 
Diesen Ort werde ich mir Jahr für Jahr so bauen,
das ist mein fester Entschluss. 

Das erste Bild kennt ihr bereits, aus meiner Sidebar. 
Dort wird es auch fest bleiben.
Es gehört zu mir/zu uns.





Die Bepflanzung selbst sagt denke ich einigen von euch etwas :) 
Vor Jahren schon hatte ich mich verliebt in die Bepflanzung des Küchenfensters von Carmen.
Genau die Carmen, mit dem Blog Ein Schweizer Garten

Vier Jahre wohnen wir bereits hier, vier Jahre war ich auf der Suche nach der passenden Bepflanzung von denen ich zwei Jahre bereits genau wusste, was es ist.
Letzten Herbst war es soweit, ich hatte viel Zeit, habe sie genutzt, wusste ich doch, dass sie die Bepflanzung in einem Post auch beim Namen genannt hat.
Vom bepflanzen auf diese Art war ich trotzdem weit entfernt...



Am selben Abend des Tages an dem wir das Ergebnis bekommen haben,
verabredeten wir uns mit der Schwiegermutter die unwissend ist zu einem Einkauf in der Gärtnerei.
Was soll ich sagen, ich habe gewütet, der Mann hat es zugelassen.
Er ist sogar am nächsten Tag nochmal mit mir hingefahren, ich hatte vier Pflanzen vergessen.

Die Ampeln am Balkon wurden nach eingehender Beratung Hörnchensicher bepflanzt.
Alle möglichen Arten von Weihrauch sind darin gelandet.


Auf dem Feierabendbalkon versteckt sich der Weihrauch hinter der Weintraube. 
Diese ist vor drei Jahren hier eingezogen als Geschenk, 
als ob sie es wüsste trägt sie heuer auf einem Nordostbalkon Früchte. 
Wie der Geschmack sein wird, kann ich nicht sagen, nur, dass sie sich bestens entwickeln. 
Egal, probieren werde ich sie. 
Nicht umsonst sagt Herr HildeWeit ich hätte den Magen einer Wildsau :)


Auf dem wilden Wohnzimmer ist der Weihrauch alleiniger Freischwinger, außer ihm befindet sich nichts so weit oben. 


Mit in den Einkaufswagen gewandert ist Jasmin, der mich schlicht und ergreifend verzaubert hat. 
Dahinter Rosen vom Bauplatz meiner Schwester, zwei von sieben, die überlebt haben. 
Die anderen fünf wurden vom Rasenmäher - hier auf dem Grundstück - überrollt. Fragt lieber nicht. 
Im Vorgarten befinden sich nun fünf Löcher, ich habe alles was mir heilig und noch da ist, gerettet.
Zuflucht hat es auf dem jeweiligen Balkon gefunden, 
wenn es nicht schon da war. 
Mitunter drei von fünf Hortensien.
Alle drei manch einer mag es jetzt erschreckend finden aus den Grabschalen zur Beerdigung meiner Oma. 
Erinnerungswert. 
Auch hier ein kleines Wunder... die blaue Hortensie blüht wieder blau...



Die anderen beiden müssen sich erst erholen. 
Hortensien blühen an zweijährigen Trieben.
Die beiden musste ich allerdings erstmal mit der Lupe suchen um sie wieder zu finden.
Von daher ist hier viel grünes, einjähriges Holz zu verzeichnen. 

Zwei gibt es, die gar nicht erst in den Garten kamen.
Mein Geburtstagsgeschenk zum 30. im letzten Jahr belohnt mich in diesem :)


Der kleine Rosenzweig mittendrin ist Rambling Rector, 
eine Rambelrose für die ich mir dringend etwas überlegen muss. 
Runter in den Garten kommt sie nicht.
Nicht mehr, nachdem auch die Himbeeren äußerst gut sichtbar überfahren worden sind.
Trixi, kannst du dich noch erinnern woher sie ist?
Letzter Herbst...

Ebenso wie diese Schönheit von Hortensie - rechts in der Ecke -  sie verzaubert. 
Wer hätte es gedacht, in dem kleinen Topf der ihr zur Verfügung steht. 
Sie steht übrigens auf dem Feierabendbalkon.


Für das Bild stand ich auf dem wilden Wohnzimmer. 
Ebenso wie für dieses:





Die trockenen Zweige sind der Vogelmensa Landeplatz. 
Hier gibt es Ganzjahresfütterung. 


Auf der anderen Seite der Wand, zwischen den Balkonen der Wilde Wein, ein Geschenk der anderen Oma :)


Die Clematen mittendrin.


 Hier lasse ich die Seele baumeln, 
hier bin ich ganz nah, 
Zufluchtstätte,
für mich und meine Pflanzen.

Aktuell zittere ich um die Balkone.
Vierzehn Tage Urlaub. 
Vierzehn Tage Pflege durch jemanden, der nicht weiß, was sie mir bedeuten.

Schützenhilfe gibt es von meiner Schwester, der ich unendlich dankbar bin.
Sie nimmt die Löffelohrbande.
Somit ist das Wilde Wohnzimmer begehbar.
Niemand muss klettern was ich tagein tagaus auf dem Gehege der Löffelohrbande tue, die Kästen werden auf das Dach gestellt.
Der Balkon ist begehbar.



Und ja... ich saß bei Sturm im Garten, festgeklammert an unsere 3,40m große Sonnenblume die letztendlich den Kampf gegen den Wind verloren hat. 
Auch hier sind Tränen geflossen. 
Sonnenblumen waren auf unserer "Viel Glück" Karte.
Himmelsstürmer...
Drei Stück haben wir noch.
Dreimal Titan.
In der Hoffnung, dass sie weitere Stürme durchhalten, sind wie anderweitig festgebunden als die Erste.

Macht es gut ihr Lieben,
Nanne ;)

Nachtrag: Dieser Post ist seit bereits zwei Wochen fertig, ich habe so lange mit mir gehadert, ob ich ihn einstelle oder nicht, zeigt er doch eine sehr empfindliche Seite von mir. Das mehr oder minder auch noch öffentlich.  Nicht jeder mag es für gut befinden, ich denke mir, dass das Thema so oft tot geschwiegen wird, das es angesprochen werden soll.
Es sind diese Erfahrungen die mich zu dem Gemacht haben, was ich jetzt bin.
Ich weiß vieles mehr zu schätzen. 

Hier im Urlaub bin ich entspannt genug es zu tun.
Je nachdem wie es mir damit geht, behalte ich mir vor diesen Post evtl. auch wieder aus der Bloggeschichte zu nehmen.


Kommentare:

  1. Liebe Nanne,
    verzeih, versehentlich bin ich gerade auf die g+1 Bewertung gekommen, was so gar nicht zum Post passt.

    Ganz erschrocken machen mich deine Worte.
    Über das, was du schreibst, wird gewöhnlich geschwiegen. Und vielleicht ist genau das übliche Schweigen das Problem.
    Über den Schmerz, diese Ungerechtigkeit und die Trauer nicht sprechen zu können, es nicht begreifbar machen zu können.
    Niemand weiß es, niemand zeigt Mitgefühl.
    Spontan wollte ich schreiben, dass ich mit dir fühle und mir vorstellen kann, wie es dir geht. Aber das stimmt nicht. Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen, mußte es nie erleben.
    Ich habe 2 gesunde, inzwischen erwachsene Söhne, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Ich bin dankbar dafür und es greift eine kalte Hand nach meinem Herzen, bei deinen Worten.
    Liebe Nanne, unglaublich mutig finde ich, dass du das Schweigen gebrochen hast und wünsche dir von Herzen Heilung und das alles so gut wird, wie es eben noch geht, wenn man bereits 4 kleine Seelen verloren hat. Fühl dich umarmt, wenn du magst.
    Claudiagruß

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    1. Liebe Claudia, danke für deine lieben Worte. Besagtes Schweigen kann schnell/ist schnell bei uns zum Problem geworden. Man selbst, aber auch die anderen wissen nicht umbedingt wie man reagieren soll. Was uns sehr dabei geholfen hat, damit umzugehen, ist unsere Nichte (10 Monate). Sie ist unser Wunder zum anfassen, immer wieder wenn ich das Gefühl hatte, dass ich nicht weiter weiß, wir nicht weiter kommen, habe ich an sie gedacht dann wurde alles wieder besser. Es klingt komisch, aber auch ganz normale Gespräche darüber helfen.
      Außerdem haben wir ein bezauberndes Patenkind und wir haben uns. Die Hoffnung stirbst zuletzt ;)

      Liebe Grüße
      Nanne

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  2. Liebe Nanne,
    ich habe gerade ganz nasse Augen, wie sehr ich dich jetzt auch gerne drücken würde (falls du das wollen würdest).
    Ich bin in Gedanken bei euch.. Wenn du den Post heraus nehmen würdest, könnte ich das auch voll verstehen.
    Ich ringe auch ganz oft mit mir, privat passiert oft so viel, aber nur die Blumen und der Gemüsegarten finden letztlich Einzug. Das nimmt dem Ganzen viel Lebendigkeit, aber ist eben auch Schutz.
    Was kann es Schlimmeres geben, als so eine kleine Seele loslassen zu müssen, und das gleich vier mal. Für diesen Weg und diese Stärke kann ich nur den Hut ganz tief ziehen, Nanne!!
    Ich drück dich jetzt einfach mal im Geiste, wenn ich darf!
    Dein Balkon ist wunderschön, so liebevoll alles, und wirklich zauberhaft anzusehen.
    Alles Liebe
    Bianca

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    1. Liebe Bianca,

      auch dir ein herzliches Dankeschön für deine Worte.
      Der Weg war schwer und wird schwer bleiben. Trotzdem... "Hoffnung ist die Überzeugung, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht". Wir geben nicht auf, vielleicht kann ich dem einen oder anderen durch diesen Post helfen. Vielleicht geht es mir irgendwann mal so, dass ich ihn gern rausnehmen würde. Das werde ich dann entscheiden.

      Beim Bloggen die persönliche Grenze zu wahren ist schwer, allzuschnell steht man plötzlich ein paar Schritte weiter auf der anderen Seite, ist über die Grenze hinaus. Die Diskussion hatte ich gestern erst auf einen anderen Blogpost mit Herrn HildeWeit. Ich weiß nicht, ob es gut ist, dass ich dieses Thema bezogen auf uns hier so öffentlich poste. Ob es für die Zukunft gut ist. Ich weiß aber, dass es jetzt, im Moment gut ist.

      Liebe Grüße
      Nanne

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